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Cascadia: Bergseen – auf die Höhe kommt es an

2021 stellte Cascadia ↗ mein Brettspielleben auf den Kopf. Quasi über Nacht stürzte es mein All-Time-Favourite Plättchenlegespiel Carcassonne ↗ vom Thron der Lieblingsspiele. Als Autor Randy Flynn dann mit Cascadia sogar die Auszeichnung Spiel des Jahres 2022 ↗ gewinnen konnte, wusste ich, dass unter diesem Namen noch einige Titel veröffentlicht werden würden. Eine Erweiterung für das Grundspiel, eine Juniorvariante und zwei Roll-and-Write-Ableger gab es bereits. Jetzt ist es Zeit für Cascadia Bergseen – und damit wachsen unsere Landschaften sogar in die Höhe!

Cascadia Bergseen

Spielidee von Randy Flynn
Illustrationen von Beth Sobel
KOSMOS 2026
für 1-4 Personen in 30-45 Minuten
mit Plättchen Landschaften puzzlen

darum geht’s in cascadia bergseen


Ich setze tatsächlich darauf, dass ich euch nicht mehr erklären muss, worum es bei Cascadia geht. Aber nur um sicherzugehen: Hexfeld-Landschaftsplättchen plus Tiere ergeben eine Landschaft. Die Tiere sagen dir, wie du Punkte machst. Genau darum geht es auch in Cascadia Bergseen, aber im Detail hat sich ein bisschen was getan.

was ist anders als beim original


In Cascadia haben wir noch mit sechsseitigen Plättchen unsere Wildnis gepuzzelt. Jetzt sind es Doppel-Hex-Plättchen. Interessanterweise haben die keine zwölf Seiten, sondern nur zehn. Mathematiker werden jetzt müde lächeln, ich musste erst mal an den Fingern nachzählen. Dafür haben sich die unterschiedlichen Terrains fast halbiert: Fluss und Prärie sind rausgeflogen, die Gebirge heißen jetzt Gletscher, Wald bleibt Wald und aus den Feuchtgebieten wurden Wiesen.


Außerdem dürfen wir unsere Landschaft jetzt auch in die Höhe bauen. Und für Cascadia Bergseen gilt die goldene Regel: Was höher liegt, bringt mehr Punkte. Neu sind auch die namensgebenden Bergseen. Kannst du einen in deiner Landschaft sehen, bringt er Punkte. Ist er lückenlos umbaut, gibt es die sogar doppelt.

Ach ja, und wir haben uns beim Spielanspruch ein gutes Stück vom Familienspiel zum Kennerspiel bewegt, wie ihr bald merken werdet – aber ihr könnt ganz nach euren Bedürfnissen an dem Anspruchsniveau schrauben.

tschö fuchs, hallo pfeifhase


Abschied nehmen müssen wir von den bekannten Tierarten aus Cascadia. Bär, Lachs, Hirsch, Fuchs und Bussard (ach, das war ein Bussard?) sind im Ruhestand. Jetzt dürfen wir mit dem Puma, dem Gelbbauchmurmeltier, der Schneeziege und dem heimlichen Star des Spiels spielen: dem überaus knuffig-knuddeligen Pelzknäul, aka Amerikanischer Pfeifhasen. Getan hat sich auch was an den Farben der Tierscheiben. Geblieben ist aber, dass uns die Tiere immer noch auffordernd von den Scheiben aus anschauen.


punktewertung neu gedacht


Der Charme von Cascadia besteht darin, dass du eigentlich immer zwei Punktepuzzles gleichzeitig lösen willst. Zum einen achtest du darauf, dass die Tiere genau so zueinander lagen, wie die Punktekarten es wollen. Zum anderen sollen natürlich möglichst große Habitate entstehen, um auch dafür wertvolle Punkte abzugreifen.

Bei Cascadia Bergseen packen wir noch ein bisschen Komplexität drauf. Du weißt ja schon, dass du mehr Punkte bekommst, wenn du in die Höhe baust. Aber dafür opferst du auch immer einen Teil deines bisherigen Puzzles, denn was nicht mehr zu sehen ist, punktet auch nicht mehr.

Wahllos in die Höhe bauen kann man natürlich auch nicht. Da müssen Tierscheiben schon passend überbaut werden und immer noch Kontakt zu den anderen Ebenen behalten. Und das liest sich nicht nur kompliziert, sondern ist es in den ersten Partien auch.


Die eigentlichen Punktemotoren des Spiels sind jetzt nicht mehr die Tiere und wie sie angeordnet sind, sondern die Landschaften und ihre Bedürfnisse. Beispielsweise sollen im Wald möglichst viele unterschiedliche Tierarten auftauchen, auf der Wiese am besten von einer Sorte möglichst viele. Und an einen Gletscher soll sich in der Nachbarschaft am besten immer ein Tierpaar kuscheln. Und natürlich gibt es auch zu jeder Landschaft eine Auswahl unterschiedlicher Wertungen, die man nach Herzenslust kombinieren kann. Verlasst euch aber für eure ersten Partien auf die zugänglichen Karten, die in der Anleitung empfohlen werden, um Cascadia Bergseen so richtig kennenzulernen.


Wenn ihr den Tüftelfaktor steil in die Höhe schrauben wollt, baut noch bis zu drei weitere Wertungen in eure Partien ein. Dann seid ihr aber ganz sicher jenseits des entspannten Familienspiels, das Cascadia einst war. Für mich ist es aber genau das, was Cascadia Bergseen so anders und wirklich herausfordernder macht – sofern du Freude daran hast, deine Birne zum Glühen zu bringen.

für wen ist cascadia bergseen?


Cascadia Bergseen ist vielleicht genau das, worauf viele gewartet haben: ein Plättchenlegepuzzle mit klarem Ablauf und wenigen Regeln, das dich aber in jedem Zug positiv wahnsinnig macht.

Das Spielmaterial ist gewohnt klasse! Die Wertungskarten fühlen sich wertig an, die bunten Tierchips liegen wieder in einem hübschen Beutel und die Plättchen sind aus dicker Pappe. Zu dick, könnte man meinen, denn sie wollen sich gar nicht so richtig in den vorgesehenen Teil der Spieleschachtel stapeln lassen.


Die Anleitung ist recht umfangreich, sollte euch aber nicht abschrecken. Erstens sind wieder die Regeln für den Solomodus enthalten. Außerdem werden uns wieder 20 Herausforderungen geschenkt, an denen wir uns messen können. Zusätzlich werden alle Wertungskarten erklärt und wir können uns noch ein bisschen über die Lebensräume und Tiere des Spiels schlau machen.

Das Spielmaterial ist auch wieder illustriert von der Grand Dame der Naturillustrationen, Beth Sobel. Wo sie mit ihrem persönlichen Stil ihren Strich ansetzt, freut sich mein Auge immer, so auch bei Cascadia Bergseen.


Transparenzhinweis: 
Das Spiel wurde zu Rezensionszwecken ohne Auflagen zur Verfügung gestellt.

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