Rumian – erobere das goldene Relikt
Vor ein paar Wochen wurde ich von Murdoc Games ↗ angefragt, ob ich Lust hätte den Prototypen von ʀᴜᴍɪᴀɴ zu testen. Solche Rezensionsanfragen mache ich ja eher nicht, aber irgendwas hat mich an dem Kennerspiel so angesprochen, so dass ich es doch probieren wollte. Spoiler: Ich wurde nicht enttäuscht! Rumian
Rumian
Spielidee von Viktor Kadziolka & Andreas Kobari
Illustrationen von Konstantin Turovec
Murdoc Games 2025
für 2-4 Personen in 40-60 Minuten
Ressourcenmanagement

darum geht’s in rumian
In einer mittelalterlich angehauchten Welt treiben wir Handel mit Waren, besiedeln und erobern neue Gebiete und schlagen epische Schlachten. All das tun wir für Ruhm und Ehre – und mit dem Ziel, am Ende der Partie das Goldene Relikt von Rumian in den Händen zu halten.
Steile These: Möglicherweise ist 2026 das Jahr, in dem Spiele mit Mittelalterthemen wieder in Mode kommen. Mit ᴍᴇᴅɪᴄᴏ veröffentlicht ja auch Stefan Feld ein Kennerspiel in dieser Epoche. Petes Preview-Rezension ↗ zum Spiel von Hall Games findet ihr natürlich auch auf unserem Blog.

deine wege zum ziel
In jeder meiner Spielrunden stehen mir vier Aktionen zur Verfügung:
Bewegen: Zieht in Gebiete, um Ressourcen zu sammeln und zu verwalten!
Bauen: Errichtet Häuser sowie Stadttore, um Punkte und zusätzliche Ressourcen zu generieren!
Herstellen: Produziert wertvolle Güter!
Kämpfen: Behauptet euch gegen fremde Siedler!
Zudem kann ich den Markt besuchen, um Waren abzuliefern und so weitere Siegpunkte einzufahren. Und weil das noch nicht reicht, dürfen wir auch immer eine Questkarte erfüllen oder uns Vorteile durch Spezialkarten erspielen.
mit ellenbogen gegen die anderen
ʀᴜᴍɪᴀɴ ist überraschend konfrontativ: Da es nur vier Gebiete gibt und wir herumreisen müssen, um Ressourcen zu sammeln, kommt es regelmäßig zu Kämpfen – Risiko des Leergehens inklusive! Diesen Aspekt mochte ich sehr, obwohl das Kampfsystem durch den Würfeleinsatz rein glücksbasiert ist. Da sich ʀᴜᴍɪᴀɴ jedoch im unteren Kennerbereich bewegt, hat mich dieser Glücksfaktor nicht gestört; wir hatten jedenfalls jede Menge Spaß beim Auswürfeln.

Besonders gelungen finde ich auch den Aufholmechanismus: Überschreitet die führende Person eine bestimmte Schwelle auf der Punkteleiste, löst sie einen Wolfsüberfall aus und verschiebt den Markt. Das bringt ordentlich Dynamik hinein. Zudem verfallen die restlichen Aktionen des Auslösers, was ein Zu-weit-Davonziehen bremst. Sollte der Vorsprung danach immer noch zu groß sein, kann sich die Konkurrenz im Konzil zusammentun, um der Spitze zwei Punkte abzujagen. Eine ziemlich coole – wenn auch fiese – Mechanik!

Und obwohl auch hier Mangelwirtschaft herrscht, ist sie für mein Gefühl nicht zu stark ausgeprägt. Ich mag es nicht, wenn Spiele zu grindig sind und ich etliche Aktionen darauf verwenden muss, um mir Ressourcen zu erarbeiten. In ʀᴜᴍɪᴀɴ finde ich das angenehm balanciert, und auch die Spezialkarten bringen sehr belohnende Effekte mit sich.
für wen ist rumian
Für mich ist ʀᴜᴍɪᴀɴ das perfekte Einstiegsspiel in die Kennerwelt: Es kombiniert zugängliches Ressourcenmanagement und taktische Planung mit einem starken Abenteuergefühl. Und dank der direkten Konfrontation in den Kämpfen ist auch für jede Menge Trash Talk am Tisch gesorgt!

Optisch macht das Spiel ebenfalls einiges her: Hübsche Holzkomponenten, eine eigene Sortierbox für das Spielmaterial und die goldene Reliquie werten die Tischpräsenz spürbar auf. Zudem sorgt die übersichtliche Spielerhilfe für einen denkbar einfachen Start.
Wer Lust auf ein kurzweiliges Abenteuer hat, sollte hier definitiv einen Blick riskieren! Gelegenheit dazu habt ihr schon bald auf der SPIEL ESSEN 26 ↗: Das Team von Murdoc Games freut sich an Stand 1D320 auf eure erste Partie.
