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erste Klasse nach Tromsø – Zug um Zug: Polarlichter

2016 saß ich mit Blasen an den Füßen an einem Bahnhof in Nordschweden. Ich hatte gerade 110 Kilometer durch den Polarkreis hinter mir – und selten habe ich mich mehr nach meinem Zug gesehnt. Der kam natürlich – und zwar pünktlich. Im Gegensatz zu Deutschland funktioniert der ÖPNV am Arsch der Welt nämlich hervorragend. Mit „Zug um Zug: Polarlichter“ reise ich nicht nur in meinen eigenen Erinnerungen, sondern auch kreuz und quer durch die Weiten Nordeuropas.

Zug um Zug: Polarlichter

Spielidee von Alan R. Moon
Illustrationen von Julien Delval
Days of Wonder 2025
für 2-5 Personen in 30-60 Minuten
Netzwerke bauen

darum geht’s in zug um zug: polarlichter

In bester Zug-um-Zug-Tradition baust du dein Streckennetz auf, konkurrierst mit den anderen um die wertvollsten Verbindungen, erfüllst Zielkarten und sammelst dabei Punkte. Dieses Mal verlegst du deine Gleise von København bis ins norwegische Honningsvåg.

déjà-vu

Wenn du dich jetzt fragst, ob du in dieser Region Europas nicht schon einmal unterwegs warst: Die Antwort lautet Ja. Eine Skandinavien-Ausgabe von „Zug um Zug“ gab es nämlich schon. 2022 konnten allerdings nur zwei oder drei Personen die Länder Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden bereisen. Du hast also kein Déjà-vu, aber jetzt eine überarbeitete Version für mehr Leute.

Kartenlesen leicht gemacht

was hat sich geändert

Damit auch vier bis fünf Personen mitspielen können, wurden die europäischen Anrainerstaaten miteinbezogen. Freut euch darauf, eure Abstecher nach Polen und ins Baltikum zu machen. Auch im Landesinneren Skandinaviens gibt es jetzt die Möglichkeit, neue Orte wie Karlstad oder Kemijärvi anzusteuern. Damit du weißt, wo du dich gerade befindest, sind die Landesfahnen der Orte abgedruckt. Es gilt wie immer bei der Zug-um-Zug-Reihe: Geografie-Bonuswissen gibt’s zum Spielspaß dazu.

Was viele sicher freut: Die Tunnel sind weg! Vorbei ist die Zitterpartie wegen unerwarteter Zusatzkosten. Jede Menge Joker-Karten könnt ihr dafür dort gebrauchen, wo Fährlinien übers Wasser führen – und davon hat die Ostsee jede Menge. Und auch an der Westküste Skandinaviens geht es nur mit den begehrten Jokern weiter. Dafür darfst du dort für deine Mühen Karten auf die Hand ziehen.

in Åndalsnes gibt’s ’ne arte

Was ebenfalls schnell ins Auge fällt: Es gibt nun viel mehr Doppel- und sogar Dreifachstrecken zu bereisen. Während ich „Zug um Zug: Skandinavien“ als sehr eng und umkämpft einordne, bietet die Polarlichter-Variante mehr Möglichkeiten, sich aus dem Weg zu gehen oder das Ziel über einen kleinen Schlenker doch noch zu erreichen. Dafür sorgen auch eine Vielzahl an Mini-Strecken, die nur aus einem Gleis bestehen.

Leider sorgt die optische Umsetzung von Dreierstrecken meiner Meinung nach für einen kleinen grafischen Schnitzer. Da die Anordnung einfach zu breit ist, sieht es zwischen Oslo und Stockholm irgendwie unübersichtlich und ungeordnet aus. Hier war schlicht nicht genug Raum auf dem Spielplan, um alle Verbindungen vollkommen symmetrisch darzustellen.

für wen ist es

Im direkten Vergleich bietet „Zug um Zug: Polarlichter“ nicht nur Platz für mehr Personen, sondern spielt sich auch deutlich entspannter und familienfreundlicher als die ursprüngliche Skandinavien-Karte.

nach Murmansk will ich eigentlich gar nicht

Wenn ihr regelmäßig zu zweit spielt und den harten Kampf um Punkte nicht scheut, seid ihr mit „Skandinavien“ weiterhin bestens beraten. Ab drei Personen liefert euch die „Polarlichter“-Ausgabe den gewohnt starken „Zug um Zug“-Spielspaß, den ihr schon aus den USA, Europa oder anderen Teilen der Reihe lieben gelernt habt. Wie viel „Zug um Zug“ es letztlich in eurem Spieleregal braucht, wisst ihr natürlich selbst am besten.

Transparenzhinweis: 
Das Spiel wurde zu Rezensionszwecken ohne Auflagen zur Verfügung gestellt.

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